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V-Ringdichtungen

Der V-Dichtring ist eine hin- und hergehende Dichtung mit einer V-förmigen Lippe im Querschnitt. Mehrere Ringe werden übereinander gestapelt und als Satz zwischen einem Männlichen Adapter (Stützring) und einem Weiblichen Adapter eingespannt. Durch Anziehen im Stopfbuchsenbereich (Verschraubung) in axialer Richtung werden die Lippen an Welle bzw. Nutwand gepresst, und bei anliegendem Flüssigkeitsdruck öffnen sich die Lippen weiter, wodurch die Dichtwirkung steigt. Über die Anzahl der Lagen lässt sich die Dichtwirkung einstellen, und da die Lippe flexibel ist, passt sie sich gut an Wellenschlag und Gehäuse mit größeren Toleranzen an. Die Werkstoffe umfassen Gummi wie NBR und FKM, faserverstärkten Gummi sowie PTFE. Eingesetzt werden sie an Hydraulikzylinder-Kolbenstangen und Kolben, in Wasserdruckgeräten, Kolbenpumpen sowie in Anlagen der chemischen und Lebensmittelindustrie. Sie werden außerdem häufig zur Instandsetzung und zum Austausch in bestehenden Gehäusen verwendet.

V-Ringdichtungen richtig auswählen

  1. 1. Wellen- und Nutdurchmesser abstimmen

    Der Innendurchmesser d entspricht dem Durchmesser der Welle (Kolbenstange), der Außendurchmesser D dem Nutdurchmesser. Da der V-Dichtring durch die Vorspannung der Lippe dichtet, führen Maßabweichungen zu Leckagen, übermäßiger Reibung und vorzeitigem Verschleiß. Beim Austausch sollten die tatsächlichen Maße und Toleranzen von Gehäuse und Welle gemessen und mit den Angaben verglichen werden, nicht nur das vorhandene Teil.

  2. 2. Stapelhöhe und Nuttiefe prüfen

    Die Höhe H bezeichnet die Abmessung im gestapelten Zustand einschließlich der Adapter und muss zur axialen Länge der Nut (Packungsraum) passen. Passt die Höhe nicht, lässt sich die Stopfbuchse nicht richtig anziehen: Zu geringe Vorspannung führt zu Leckagen, zu hohe Vorspannung zu Erwärmung und erhöhtem Reibungswiderstand.

  3. 3. Stufenaufbau passend zum Betriebsdruck wählen

    Mit zunehmender Anzahl der Dichtringe lassen sich höhere Drücke besser beherrschen. Für die aufgeführten Produkte wird ein maximaler Betriebsdruck von 500 bis 600 MPa angegeben. Dieser Wert gilt jedoch unter bestimmten Bedingungen. Der tatsächliche Dauerbetriebsdruck, Druckspitzen sowie Anzahl der Lagen und Adapteraufbau sind daher anhand der Herstellerunterlagen zu prüfen.

  4. 4. Werkstoff für Medium und Temperatur wählen

    NBR eignet sich für mineralische Hydrauliköle, FKM für hohe Temperaturen und chemische Beständigkeit, faserverstärkter Gummi für hohen Druck und Verschleißfestigkeit, PTFE für geringe Reibung und breite chemische Beständigkeit. Die Eignung des Werkstoffs sollte sowohl für das Medium (Hydrauliköl, Wasser, Chemikalien) als auch für den Temperaturbereich geprüft werden.

  5. 5. Maximale Gleitgeschwindigkeit einhalten

    Der V-Dichtring hat eine große Kontaktfläche und erzeugt viel Reibungswärme, daher ist er für schnelle Hubbewegungen nicht geeignet. Für die aufgeführten Produkte beträgt die maximale Gleitgeschwindigkeit 0,5 m/s. Bei Anwendungen darüber führt die Wärmeentwicklung zu schnellerer Alterung. Die Hubgeschwindigkeit ist daher zu prüfen, und andere Dichtungsbauformen sind in Betracht zu ziehen.

  6. 6. Führungsgenauigkeit und Einbaubedingungen berücksichtigen

    Bei unzureichender Führung, die zu Wellenschlag führt, oder bei großen Gehäusetoleranzen passt sich ein Typ mit flexibler Lippe besser an. Die Bauform sollte auch im Hinblick auf Demontage und Austausch sowie die Möglichkeit zur Nachjustierung der Vorspannung im Stopfbuchsenbereich zur Einsatzumgebung passen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.