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Dichtungen

Dichtungen verhindern das Austreten von Flüssigkeiten (Öl, Wasser) und Gasen aus Spalten zwischen feststehenden oder bewegten Maschinenteilen sowie das Eindringen von Fremdkörpern von außen. Man unterscheidet grob zwischen statischen Dichtungen für feste Teile (O-Ringe, Flachdichtungen usw.) und Bewegungsdichtungen für hin- und hergehende oder rotierende Wellen und Stangen (Gleitdichtungen, Packungen usw.). O-Ringe werden in eine Nut eingesetzt und zusammengedrückt; ihre Rückstellkraft dichtet ab. Gleitdichtungen aus Kunststoffen wie PTFE zeichnen sich durch geringe Reibung und hohe Chemikalienbeständigkeit aus; manche werden mit einem elastischen Gummielement (Energizer) kombiniert, das die Dichtkraft unterstützt. Eingesetzt werden sie in breitem Umfang in Hydraulik- und Pneumatikgeräten, Ventilen, Vakuumanlagen und Produktionsmaschinen.

Dichtungen richtig auswählen

  1. 1. Innendurchmesser passend zu Gegenteil und Nut wählen

    O-Ringe müssen im Innendurchmesser zum Wellendurchmesser und zu den Nutabmessungen passen. Die Auswahl nach Bezeichnungsnummer gemäß Normen wie JIS B 2401 erleichtert die Abstimmung mit der Nutauslegung. Im Sortiment reichen die Innendurchmesser von 15 bis 1055 mm; zudem gibt es anwendungsspezifische Reihen, etwa für Vakuumflansche.

  2. 2. Schnurstärke und Quetschung prüfen

    Die Schnurstärke (Querschnitt) bestimmt zusammen mit der Nuttiefe die passende Quetschung (Verpressung). Passt die Stärke nicht, kommt es zu Leckagen, Extrusion in den Spalt oder vorzeitigem Verschleiß. Bei O-Ringen für Vakuumflansche gibt es Reihen mit 4 mm, 6 mm und 10 mm; die Auswahl erfolgt durch Abgleich mit den Nutmaßen.

  3. 3. Werkstoff für Medium und Umgebung wählen

    Der Werkstoff richtet sich nach der Beständigkeit gegenüber dem abzudichtenden Medium. Gummiwerkstoffe unterscheiden sich je nach Art stark in Öl-, Witterungs- und Chemikalienbeständigkeit; PTFE und andere Kunststoffe bieten hohe Chemikalienbeständigkeit und geringe Reibung. Bei Vakuumanwendungen ist zusätzlich auf geringe Ausgasung zu achten. Die Eignung ist anhand der Medienverträglichkeitstabelle zu prüfen.

  4. 4. Einsatz im zulässigen Temperaturbereich prüfen

    Dichtungswerkstoffe härten bei hohen Temperaturen aus und altern, bei niedrigen Temperaturen verlieren sie ihre Elastizität und die Dichtwirkung nimmt ab. Die minimalen und maximalen Betriebstemperaturen müssen innerhalb des zulässigen Bereichs liegen; bei dauerhafter Hitzebelastung ist zusätzlich die Dauergebrauchstemperatur zu berücksichtigen. Bei gleichen Produkten können je nach Ausführung unterschiedliche Temperaturbereiche gelten.

  5. 5. Ausreichenden Abstand zum Maximaldruck einhalten

    Übersteigt der Betriebsdruck den maximalen Druck, kann die Dichtung in den Spalt extrudieren und beschädigt werden. Auch Druckspitzen (kurzzeitige Druckanstiege) müssen unterhalb des Maximaldrucks liegen. Im Sortiment gibt es Beispiele mit einem Maximaldruck von 1000 bar; bei Hochdruck sind Spaltmaß der Nut und der Einsatz von Stützringen zu prüfen.

  6. 6. Bei Gleitanwendungen Grenz-PV-Wert beurteilen

    Bei Gleitdichtungen für Hub- oder Drehbewegungen steigt der Verschleiß stark an, sobald der PV-Wert, das Produkt aus Druck und Geschwindigkeit, den Grenz-PV-Wert überschreitet. Im Sortiment finden sich Beispiele mit einem Grenz-PV-Wert von 1,5 MPa·m/s und einer maximalen Gleitgeschwindigkeit von 0,5 m/s. Die Werte sind aus Druck und Geschwindigkeit der Betriebsbedingungen zu berechnen und müssen unterhalb beider Grenzwerte liegen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.