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Abstreifer

Der Abstreifer wird an der äußersten Seite des Zylinderaustritts der Hydraulik- bzw. Pneumatikzylinder montiert. Beim Einfahren der Kolbenstange streift er Staub, Schlamm, Wasser und andere Oberflächenverunreinigungen ab und verhindert deren Eindringen in das Innere. Durch die Abwehr von Fremdkörpern werden Verschleiß von Stangendichtung und Führung sowie die Verschmutzung des Hydrauliköls reduziert. Es gibt Einfachwirkende Ausführungen mit nur einer äußeren Dichtlippe sowie doppeltwirkende Ausführungen mit einer inneren Lippe, die zusätzlich den überschüssigen Ölfilm reduziert. Für die Montage stehen Snap-in-Ausführungen zum Einrasten in eine Nut sowie Ausführungen mit axial offenem Gehäuse und einem Metall- oder Kunststoff-Haltering zum Einpressen zur Verfügung. Materialien sind PU (Polyurethan), NBR sowie PTFE in Kombination mit einem O-Ring. Eingesetzt werden sie in Zylindern von Baumaschinen und Industriemaschinen sowie in Hydraulikgeräten mit Wasserdruck.

Abstreifer richtig auswählen

  1. 1. Passende Baugröße für den Stangendurchmesser wählen

    Abstreifer sind je nach anwendbarem Stangendurchmesser d dimensioniert; bei den angebotenen Produkten reicht der Bereich von 6 bis 600 mm. Passt der Innendurchmesser nicht zur Stange, werden Fremdkörper bei zu geringem Abstreifen eingeschleppt, oder eine zu starke Verpressung führt zu Verschleiß und Erwärmung. Die tatsächlichen Außenmaße der Kolbenstange und deren Toleranzen sind zu prüfen, bevor die Auswahl erfolgt.

  2. 2. Nutmaße und Norm am Gehäuse abstimmen

    Abstreifer sind auf die Form der Einbaunut im Gehäuse abgestimmt. Neben der Nutbreite am Gehäuse (bei den angebotenen Produkten 1 bis 3 mm) ist zu prüfen, welche Gehäuseform nach Normen wie ISO 6195 unterstützt wird. Bei Austauschen an bestehenden Maschinen wird die vorhandene Nut vor der Auswahl ausgemessen.

  3. 3. Gesamthöhe am verfügbaren Bauraum prüfen

    Die Gesamthöhe des Abstreifers bestimmt den axialen Bauraum und beträgt bei den angebotenen Produkten 7 bis 16 mm. Zu prüfen ist, ob sie in den konstruktiv vorgesehenen Raum am Zylinderkopf sowie in die Anordnung zu Stangendichtung und Führung passt. Bauformen mit größerer Gesamthöhe sind meist so ausgelegt, dass Lippen und Halteteil genügend Spielraum haben.

  4. 4. Werkstoff für Betriebsmedium und Umgebung wählen

    PU zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus und wird häufig in Umgebungen mit viel Schlamm und Staub eingesetzt. NBR ist für seine breite Verträglichkeit mit Hydraulikölen bekannt. Ausführungen aus PTFE werden mit einem O-Ring kombiniert und eignen sich für Anwendungen, in denen Reibung und Stick-Slip (ruckartiges Gleiten) gering gehalten werden sollen. Die Auswahl richtet sich nach der Ölart und danach, ob es sich um eine Wasserdruckanwendung handelt.

  5. 5. Einsatztemperaturbereich prüfen

    Die Gummi- und Kunststoffwerkstoffe von Abstreifern altern und verhärten bei hohen Temperaturen, während die Elastizität bei niedrigen Temperaturen abnimmt, wodurch die Abstreifleistung sinkt. Bei Maschinen im Freien in kalten Regionen oder mit heißen Hydraulikölen ist zu prüfen, ob sowohl Umgebungstemperatur als auch Öltemperatur innerhalb des zulässigen Einsatzbereichs liegen.

  6. 6. Einfach- oder Doppelwirkung und Gleitbedingungen wählen

    Soll der überschüssige Ölfilm nicht nach außen mitgeführt werden oder wird der Abstreifer mit einer PTFE-Stangendichtung kombiniert, ist eine doppeltwirkende Ausführung in Betracht zu ziehen. In Umgebungen, in denen Schlamm oder Eis festhaften, werden außerdem Bauformen eingesetzt, die festsitzende Fremdkörper bereits in einer vorgelagerten Stufe entfernen. Zu prüfen ist ferner, ob die maximale Gleitgeschwindigkeit (bei den angebotenen Produkten 1 bis 10 m/s) über der Stangengeschwindigkeit liegt.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.