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Stangendichtungen

Stangendichtungen sind Dichtelemente an der Kolbenstange hydraulischer und pneumatischer Zylinder, die die Hin- und Herbewegung ausführen. Sie verhindern, dass das Arbeitsmedium im Zylinder nach außen austritt. Sie werden in die Nut des Gehäuses eingesetzt und drücken mit Lippen oder Dichtflächen gegen die Stangenoberfläche. Zu den Bauformen gehören U-Manschettenringe, Typen mit integriertem O-Ring zum Ausgleich der Presspassung, Typen aus PTFE mit Federunterstützung zur Erzeugung der Anpresskraft sowie Chevron-Packungen aus mehreren übereinander gestapelten Lagen. Für Hochdruckanwendungen werden Stützringe kombiniert, um das Extrudieren in den Spalt zu begrenzen. Als Werkstoffe kommen PU (Polyurethan), Kautschuke wie NBR und PTFE zum Einsatz. Eingesetzt werden sie in Hydraulikzylindern von Baumaschinen und Pressen sowie an Ventilspindeln.

Stangendichtungen richtig auswählen

  1. 1. Stangendurchmesser und Nutmaße abstimmen

    Dichtungen werden durch die Kombination aus anwendbarem Stangendurchmesser und Einbaunutmaßen festgelegt. Der anwendbare Stangendurchmesser der aufgeführten Produkte beträgt 5 bis 1000 mm. Beim Einsatz in einer vorhandenen Nut ist anhand der Zeichnung zu prüfen, ob Nutbreite und Nutgrunddurchmesser zusammen mit dem Stangendurchmesser der Norm entsprechen.

  2. 2. Querschnittsmaße und Nutbreite prüfen

    Das Querschnittsmaß (c/s, radiale Dicke) entspricht der Nuttiefe, die Nutbreite L der axialen Länge. Der Bereich der aufgeführten Produkte umfasst Querschnitte von 2,45 bis 20 mm und Nutbreiten von 2,2 bis 50 mm. Passen die Maße nicht, fehlt die Presspassung und es kommt zu Leckagen, oder eine übermäßige Verpressung führt zu frühzeitigem Verschleiß.

  3. 3. Maximaler Betriebsdruck und Stützring

    Der maximale Betriebsdruck der aufgeführten Produkte liegt bei 160 bis 700 bar. Bei hohem Druck extrudiert die Dichtung in den Spalt und kann beschädigt werden. Daher sind Bauformen mit rechteckigen oder trapezförmigen Stützringen in Betracht zu ziehen. Außerdem ist zu prüfen, ob auch Druckspitzen (kurzzeitige Druckanstiege) innerhalb der Obergrenze bleiben.

  4. 4. Werkstoff nach Temperatur und Medienverträglichkeit wählen

    PU zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, PTFE durch hohe chemische und thermische Beständigkeit sowie geringe Reibung. Kautschukwerkstoffe unterscheiden sich je nach Mischung in Öl- und Wärmebeständigkeit. Der Temperaturbereich hängt vom jeweiligen Werkstoff ab. Daher ist ein Werkstoff zu wählen, der zu Hydrauliköl, Wasser oder Luft als Medium sowie zur Betriebstemperatur passt.

  5. 5. Obergrenze der Gleitgeschwindigkeit prüfen

    Die maximale Gleitgeschwindigkeit der aufgeführten Produkte liegt bei 0,5 bis 10 m/s und hängt stark von Werkstoff und Bauform ab. Bei hoher Geschwindigkeit beschleunigt die Reibungswärme die Alterung. Es ist zu prüfen, ob die maximale Geschwindigkeit des Zylinders innerhalb der Obergrenze liegt. Für Hochgeschwindigkeitsanwendungen sind reibungsarme PTFE-Systeme zu erwägen.

  6. 6. Dichtungsbauform und Betriebsart wählen

    Stangendichtungen sind als einseitig wirkende Dichtungen ausgelegt, die Druck von einer Seite aufnehmen. Bei Hochdrucksystemen besteht die Möglichkeit, sie mit Pufferdichtungen zu kombinieren. Bei verschlissenen Stangen oder schwer montierbaren Großmaschinen eignen sich geteilte Chevron-Packungen, da sie die Auswahl geteilter Bauformen ermöglichen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.