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Gleitlager

Gleitlager sind Lager, die zwischen Welle und Gehäuse sitzen und die Dreh- oder Hin- und Herbewegung der Welle durch Flächenkontakt gleitend abstützen. Gegenüber Wälzlagern mit Kugeln oder Rollen haben sie einen einfacheren Aufbau, lassen sich flach und klein bauen und sind relativ unempfindlich gegenüber Stoßbelastungen. Als Werkstoffe kommen Kupferlegierungen, gesinterte ölimprägnierte Legierungen sowie Kunstharzsysteme mit PTFE (Fluorkunststoff) zum Einsatz. Kunstharzausführungen können meist ohne Schmierung betrieben werden; außerdem gibt es leitfähige Ausführungen für Wasser- und Chemikalienbereiche sowie zur elektrostatischen Ableitung. Die Bauformen umfassen gerade Ausführungen, Ausführungen mit Bund und leicht montierbare Buchsen mit Schlitz. Eingesetzt werden sie in Drehteilen und Gleitflächen von Automobilteilen, Lebensmittelmaschinen und Fördereinrichtungen. In dieser Kategorie sind außerdem Radial-Kugellager für Vakuum und hohe Temperaturen enthalten.

Gleitlager richtig auswählen

  1. 1. Passend zu Wellen- und Gehäusemaß wählen

    Der Innendurchmesser d richtet sich nach dem Wellendurchmesser, der Außendurchmesser D nach der Gehäusebohrung. Die aufgeführten Produkte haben Innendurchmesser von 3 bis 70 mm und Außendurchmesser von 5 bis 80 mm. Bei Presssitz ist zu berücksichtigen, dass das Lager beim Einpressen schrumpft und der Innendurchmesser kleiner wird. Zusätzlich sind die vom Hersteller empfohlenen Toleranzen für Welle und Gehäuse zu prüfen.

  2. 2. Flächenpressung und Gleitgeschwindigkeit über den PV-Wert prüfen

    Das Produkt aus Flächenpressung (Last geteilt durch projizierte Fläche) und Gleitgeschwindigkeit, der PV-Wert, darf den zulässigen PV-Wert nicht überschreiten. Der zulässige PV-Wert der aufgeführten Produkte beträgt 400 MPa·m/min. Zusätzlich müssen die Grenzwerte für die Flächenpressung allein (3 bis 10 MPa) und für die Gleitgeschwindigkeit allein (150 m/min) eingehalten werden.

  3. 3. Länge passend zur Belastung festlegen

    Eine größere Länge L vergrößert die projizierte Fläche und senkt damit die Flächenpressung. Ist das Lager jedoch zu lang, kann sich die Welle durchbiegen, und die Last konzentriert sich an den Lagerenden (Kantentragen). Die aufgeführten Produkte haben Längen von 3 bis 60 mm; gewählt wird eine Länge, bei der die zulässige Flächenpressung eingehalten wird.

  4. 4. Werkstoff auf die Einsatzumgebung abstimmen

    Bei Einsatz in Wasser oder Chemikalien sind chemische Beständigkeit und Verschleißfestigkeit im Medium entscheidend; besteht die Gefahr elektrostatischer Aufladung, ist ein leitfähiger Werkstoff zu wählen. Auch Werkstoff und Härte der Gegenwelle beeinflussen den Verschleiß des Gegenlaufpartners. Wird antistatische Wirkung benötigt, ist zusätzlich der spezifische Durchgangswiderstand zu prüfen.

  5. 5. Temperatur und Betriebsspiel prüfen

    Kunstharzlager dehnen sich bei steigender Temperatur aus, wodurch das Spiel abnimmt. Neben der maximalen Einsatztemperatur (300 bis 350 °C) und der Dauergebrauchstemperatur (260 °C) ist das empfohlene minimale Betriebsspiel (0,095 bis 0,195 mm) sicherzustellen.

  6. 6. Schmierungsart an die Wartungsbedingungen anpassen

    Ob das Lager ohne Schmierung läuft oder Fett bzw. Öl benötigt, bestimmt den Wartungsaufwand und das Risiko einer Verschmutzung der Umgebung. In Lebensmittelmaschinen und sauberen Umgebungen eignen sich fettfreie Ausführungen. Für den Einsatz im Vakuum sind zusätzlich der nutzbare Vakuumbereich und die geringe Ausgasung zu prüfen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.