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Zylinderrollenlager

Zylinderrollenlager sind Wälzlager, bei denen zylindrische Rollen die Laufbahnen des Innen- und Außenrings linienförmig berühren und die Drehbewegung abstützen. Im Vergleich zu punktberührenden Kugellagern können sie eine größere Radialbelastung (senkrecht zur Welle) aufnehmen und eignen sich für schwere und stoßartige Lasten. Je nach Anordnung der Borde werden sie in Bauformen NU und N (axiale Verschiebung zulässig, für die Loslagerseite), NJ und NF (Axialkraft in einer Richtung) und NUP (Axialkraft in beiden Richtungen) unterteilt. Es gibt einreihige sowie zwei- und mehrreihige Ausführungen, vollrollige Ausführungen ohne Käfig und Ausführungen mit kegeliger Bohrung. Eingesetzt werden sie in Elektromotoren und Generatoren, Walzwerken, Achslagern von Schienenfahrzeugen, Kranseilscheiben und Hauptspindeln von Werkzeugmaschinen.

Zylinderrollenlager richtig auswählen

  1. 1. Passende Außenmaße für Welle und Gehäuse

    Die Innendurchmesser d werden auf den Wellendurchmesser abgestimmt, der Außendurchmesser D auf die Gehäusebohrung und die Breite B nach dem verfügbaren Bauraum gewählt. Bei gleichem Innendurchmesser gibt es Reihen mit unterschiedlichen Außendurchmessern und Breiten, außerdem breite Ausführungen und Ausführungen mit verstärktem Außenringquerschnitt. Prüfen Sie die Abmessungen d×D×B anhand der Lagerbezeichnung.

  2. 2. Dynamische Tragzahl für die Last passend wählen

    Die dynamische Tragzahl Cr ist die Bezugsgröße für die Lebensdauerberechnung; aus der tatsächlichen Belastung und der Drehzahl wird berechnet, ob die erforderliche Lebensdauer erreicht wird. Bei Stillstand, langsamer Drehung mit hoher Last oder Stoßbelastung ist außerdem die statische Tragzahl C0r zu prüfen. Für höhere Tragfähigkeit kommen breite Ausführungen, zweireihige Lager oder vollrollige Ausführungen infrage.

  3. 3. Bauform nach Fest- und Loslager festlegen

    NU- und N-Lager erlauben eine axiale Relativbewegung von Innen- und Außenring und eignen sich daher für die Loslagerseite, die die Wärmedehnung der Welle aufnimmt. Wirkt Axialkraft in nur einer Richtung, werden NJ- oder NF-Lager gewählt, bei Axialkraft in beiden Richtungen NUP-Lager. Legen Sie zuerst für die gesamte Lageranordnung fest, welches Lager die axiale Position der Welle bestimmt.

  4. 4. Passendes Lagerspiel für Passung und Temperatur

    Das innere Lagerspiel ist in Klassen wie C2, CN und C3 unterteilt. Bei Presspassungen oder einer Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenring, die das Betriebsspiel verringert, ist eine größere Klasse zu prüfen. Zweireihige Lager mit kegeliger Bohrung lassen sich über das Aufschiebemaß einstellen und werden bei Werkzeugmaschinen-Hauptspindeln mit engen Spielvorgaben eingesetzt.

  5. 5. Drehzahl, Käfig und Genauigkeitsklasse kombinieren

    Bei hohen Drehzahlen sind neben der zulässigen Drehzahl auch Käfigwerkstoff (Messing, Stahlblech, Kunststoff) und Genauigkeitsklasse zu prüfen. Vollrollige Ausführungen ohne Käfig tragen mehr, sind aber für hohe Drehzahlen ungeeignet. Hybridlager mit Rollen aus Siliciumnitrid arbeiten reibungsarm und ermöglichen hohe Drehzahlen.

  6. 6. Elektrische Erosion und Wartbarkeit prüfen

    Bei Motoren mit Frequenzumrichter und bei Generatoren kann Strom durch die Lager fließen und elektrische Erosion verursachen. Deshalb sind isolierend beschichtete Ausführungen oder Lager mit Keramikrollen zu erwägen. Bei Einsatz im Freien oder an schwer zugänglichen Schmierstellen sind gedichtete, fettgeschmierte Ausführungen, Korrosionsschutz sowie Demontage- und Inspektionsmöglichkeiten zu berücksichtigen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.