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Laufrolle

Ein Laufrollenlager (Track Roller) ist ein Wälzlager, bei dem der dickwandige Außenring direkt auf Schiene oder Kurvenbahn abrollt. Da der Außenring selbst als Rad wirkt, wird es in Kurvenantrieben, Förderern und den Schienenlaufwerken von Fördertechnik eingesetzt. Die Bauformen unterteilen sich grob in Ausführungen mit Bolzen-Durchsteckbefestigung (Stützrolle), die auf einer Welle durchgesteckt und von beiden Seiten abgestützt werden, und in Ausführungen mit Gewindebolzen (Stehbolzen-Rollenlager, Cam Follower), bei denen der Gewindebolzen mit einer Sechskantmutter befestigt wird. Als Grundlager dienen Nadellager, Zylinderrollenlager, Rillenkugellager oder zweireihige Schrägkugellager. Die Außenmantelfläche ist entweder zylindrisch oder ballig ausgeführt, um Kantenlast zu mindern; üblich sind Ausführungen mit Dichtscheiben oder Deckscheiben und Fettfüllung.

Laufrolle richtig auswählen

  1. 1. Passende Bauform zur Befestigung wählen

    Bolzen-Durchsteckbefestigung (Stützrolle) wird auf einer Welle durchgesteckt und von beiden Seiten gestützt, während der Stehbolzen auf einer Seite freitragend ist und mit einer Mutter festgezogen wird. Die Stützrollen gibt es mit und ohne Bord; bei Ausführungen ohne Bord muss die axiale Bewegung des Außenrings durch angrenzende Bauteile gesichert werden. Ob der Innenring verwendet werden kann, hängt davon ab, ob die Welle als Laufbahn induktiv gehärtet und geschliffen werden kann.

  2. 2. Wellendurchmesser sowie Außendurchmesser und Breite abstimmen

    Der Innendurchmesser d richtet sich nach Wellen- bzw. Bolzendurchmesser, der Außendurchmesser D nach dem Kontakt zu Schiene oder Kurvenbahn und dem verfügbaren Bauraum. Der Umfang der aufgeführten Produkte reicht von 16 bis 310 mm Außendurchmesser, 10 bis 35 mm Innendurchmesser und 9 bis 17 mm Breite. Bei Stehbolzen-Ausführungen wird die Nennmaßangabe häufig über den Außendurchmesser D ausgedrückt; die Lesart der Typenbezeichnung sollte daher geprüft werden.

  3. 3. Zulässige Last des Außenrings prüfen

    Da der Außenring bei Laufrollen die Last direkt aufnimmt und sich dabei biegt, werden neben der Tragzahl des Lagers auch die maximale dynamische Radialbelastung Fr und die maximale statische Radialbelastung F0r angegeben. Die tatsächlich aufbringbare Last ist durch den kleineren Wert aus diesen Angaben und der Tragzahl begrenzt; beide sind daher zu prüfen.

  4. 4. Lebensdauer anhand der Tragzahlen abschätzen

    Die dynamische Tragzahl Cr ist die Berechnungsgrundlage für die Ermüdungslebensdauer der Wälzkontakte, die statische Tragzahl C0r ein Richtwert für die bleibende Verformung bei Stillstand oder Stoßbelastung. Die Cr-Werte der aufgeführten Produkte liegen zwischen 4,68 und 22,1 kN. Bei starken Stoßlasten sind für einige Baureihen verstärkte Außenringe verfügbar, die in die Auswahl einbezogen werden sollten.

  5. 5. Axiallast durch Grundlager abdecken

    Nadellagerbasierte Ausführungen eignen sich bei kleinem Durchmesser für große Radiallasten, sind jedoch gegenüber Axiallasten empfindlich. Bei horizontal nicht ausgerichteten Wellen oder Schrägstellungen sind Ausführungen mit Bord oder Grundlager mit zweireihigem Schrägkugellager mit 30° Berührungswinkel zu wählen, die Axiallasten aufnehmen können.

  6. 6. Drehzahlgrenze und Schmierung prüfen

    Die zulässigen Drehzahlen der aufgeführten Produkte reichen von 300 bis 12000 min⁻¹ und hängen auch von der Dichtungsausführung ab. Bei Dauerbetrieb oder verschmutzter Umgebung sind nachschmierbare Typen oder Stehbolzen-Ausführungen mit Adapter für Zentralschmierung sinnvoll, um einen frühzeitigen Schaden durch Fettmangel zu vermeiden.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.