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Drehverbindung

Drehverbindungen (Drehkranzlager) sind große Wälzlager, die in Kränen und Baumaschinen den Oberwagen, bei Tunnelbohrmaschinen die Schneidradlagerung abstützen und große Drehteile langsam drehend tragen. Ein Lager nimmt gleichzeitig Axial-, Radial- und Momentenlast auf und besitzt an Außen- oder Innenring Befestigungsbohrungen, sodass es direkt mit dem Gestell verschraubt wird. Die Bauformen umfassen einreihige Kugel- (Vierpunktlager), zweireihige Kugel-, dreireihige Zylinderrollen- und zweireihige Kegelrollenbauformen. Außen- oder Innenring können als Außen- oder Innenverzahnung oder unverzahnt ausgeführt sein. Verzahnte Ausführungen bilden mit einem Antriebsritzel den Drehantrieb. Große Ausführungen sind zur einfacheren Montage in Umfangsrichtung geteilt.

Drehverbindung richtig auswählen

  1. 1. Bauform passend zu Last und Moment wählen

    Einreihige Kugellager sind kompakt und für allgemeine Baumaschinen und Krane geeignet, dreireihige Zylinderrollenlager bieten hohe Steifigkeit und Tragzahl für Großkrane und Tunnelbohrmaschinen, zweireihige Kegelrollenlager nehmen durch den großen Berührungswinkel hohe Axialkräfte auf. Die Bauform richtet sich nach Momentenlast und Stoßbelastung.

  2. 2. Statische Tragzahl mit Reserve auslegen

    Da Drehverbindungen meist langsam laufen oder schwenken, ist die statische Axialtragzahl C0a die Auslegungsgrundlage. Die aufgeführten Produkte reichen von 341 bis 394000 kN. Maximale Last und Moment werden in eine äquivalente Last umgerechnet und je nach Anwendung mit einem Sicherheitsfaktor verglichen.

  3. 3. Befestigungsdurchmesser und Gestellmaß abstimmen

    Innendurchmesser d und Außendurchmesser D legen Anschlussfläche am Gestell oder Drehteil, Schraubenbildkreis und den Raum für durchgeführte Leitungen und Kabel fest. Die aufgeführten Innendurchmesser reichen von wenigen mm bis 6457 mm. Bei großen Durchmessern vereinfachen geteilte Ausführungen Transport und Montage.

  4. 4. Lage und Auslegung der Verzahnung prüfen

    Unverzahnt, innenverzahnt oder außenverzahnt wird durch die Anordnung des Antriebsritzels bestimmt. Die aufgeführten Produkte haben einen Eingriffswinkel von 20°. Zahnform (Normalverzahnung oder Kurzverzahnung) und Verzahnungsqualität nach JIS müssen zum Ritzel passen; bei Bedarf sind einsatzgehärtete Zahnflanken und Zahnfußhärtung zu prüfen.

  5. 5. Dichtung und Schmierung für die Einsatzumgebung wählen

    Bei Schmutz, Erde oder Wasserdruck sind Labyrinth- und Staubdichtungen sinnvoll; einige Produkte sind zusätzlich mit einer Druckdichtung für 0,3 MPa statischen Druck erhältlich. Schmierstoffanschlüsse sowie Ablassöffnungen und die Art der Schmierung (Fettschmierung oder Ölbad bzw. Umlaufschmierung) sind auf den Wartungsplan abzustimmen.

  6. 6. Transport und Montage anhand der Masse planen

    Die Massen der aufgeführten Produkte liegen zwischen 1 kg und 45800 kg. Große Lager erfordern Hebezeuge mit ausreichender Tragkraft und sind durch Transportabmessungen begrenzt. Masse prüfen und bei Bedarf eine in Umfangsrichtung geteilte Ausführung (2- oder 4-teilig) in Betracht ziehen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.