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Radnabeneinheit

Radlagereinheiten (Hub Units) sind Wälzlager, die das Rad eines Kraftfahrzeugs drehbar an der Fahrzeugseite (Achsschenkel oder Achse) lagern. Sie integrieren die Radnabe für die Radmontage mit dem Lager zu einem Bauteil. Im Inneren kommen meist zweireihige Schrägkugellager oder zweireihige Kegelrollenlager zum Einsatz, die gleichzeitig Radial- und Axiallasten aufnehmen. Die Bauarten werden in die erste Generation mit einzelnem Lager, die zweite Generation mit angeformtem Außenring-Flansch und die dritte Generation mit integrierter Nabenscheibe sowie Innen- und Außenringflansch unterteilt. Mit zunehmender Generation werden Montage und Gewichtsreduzierung vereinfacht und die Steifigkeit erhöht. Angetriebene Räder verfügen über eine Keilwellenverzahnung zur Aufnahme der Antriebswelle, nicht angetriebene Räder nicht. In letzter Zeit werden Kraftstoff- und Energieverbrauch durch geringeres Reibmoment verbessert, Drehzahlgeber für ABS integriert und Dichtungskonstruktionen gegen das Eindringen von Schlamm und Wasser weiterentwickelt.

Radnabeneinheit richtig auswählen

  1. 1. Tragfähigkeit passend zur Achslast wählen

    Radlagereinheiten nehmen Fahrzeuggewicht und Betriebslasten direkt auf. Daher ist zu prüfen, ob die Achslast des Zielfahrzeugs im zulässigen Bereich liegt. Die angebotenen Produkte decken 4,9 bis 19,7 kN ab, wobei sich der erforderliche Lastbereich bei Kleinwagen und SUV deutlich unterscheidet. Bei Anwendungen mit erhöhter Achslast durch Beladung oder Anhängerbetrieb wird mit ausreichender Reserve ausgewählt.

  2. 2. Radbefestigungsmaße abstimmen

    Lochkreisdurchmesser (P.C.D.) und Anzahl der Radbolzenbohrungen müssen mit der Radseite übereinstimmen, sonst ist keine Montage möglich. Die angebotenen Produkte haben einen P.C.D. von 100 bis 139,7 mm und 4 bis 6 Bolzen. P.C.D. und Bolzenanzahl werden in Kombination geprüft und zusammen mit der Befestigung der Bremsscheibe abgeglichen.

  3. 3. Generation (Bauart) und Befestigungsart prüfen

    Bei der ersten Generation wird das Lager einzeln in das Gehäuse eingepresst, bei der zweiten und dritten Generation werden die Flansche mit Schrauben verbunden. Je nach Generation unterscheidet sich somit die Befestigung am Fahrzeug. Bei Reparaturen an bestehenden Fahrzeugen muss dieselbe Generation und Form gewählt werden. Bei Neukonstruktionen wird die Generation anhand von Montageaufwand, Gewicht und Steifigkeit festgelegt.

  4. 4. Angetriebene und nicht angetriebene Räder unterscheiden

    Angetriebene Räder besitzen eine Keilwellen-Bohrung zur Aufnahme der Antriebswelle, nicht angetriebene Räder nicht. Dadurch unterscheidet sich die Form des Innenrings. Bei Fahrzeugen mit Vorderradantrieb, Hinterradantrieb oder Allradantrieb ändert sich die Zuordnung je Rad. Vor der Auswahl der Artikelnummer ist daher zu prüfen, ob die Einbauposition angetrieben oder nicht angetrieben ist.

  5. 5. ABS-Sensorkompatibilität prüfen

    Bei Fahrzeugen mit ABS oder Fahrdynamikregelung können Radlagereinheiten mit integriertem Drehzahlgeber (Magnetring) oder Sensor erforderlich sein. Art des Sensors und Einbauposition müssen mit dem Fahrzeug übereinstimmen. Zu prüfen ist daher auch, ob ein Geber vorhanden ist.

  6. 6. Reibmoment und Dichtleistung vergleichen

    Der Rollwiderstand des Lagers beeinflusst Kraftstoff- und Energieverbrauch. Einige der angebotenen Produkte werben mit einer Reduzierung des Reibmoments um 50 % gegenüber dem aktuellen Produkt. Weniger Dichtungskontakt erhöht jedoch das Risiko des Eindringens von Schlamm. Daher sind Schutzkonstruktionen gegen Schlamm, etwa Labyrinthdichtungen, sowie die Eignung für Einsatzregion und Fahrbahnzustand zu prüfen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.