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Wälzlager

Wälzlager sind Maschinenelemente, bei denen Kugeln oder Rollen (Wälzkörper) zwischen Innenring und Außenring abrollen und eine drehende Welle mit geringer Reibung lagern. Nach der Form der Wälzkörper unterscheidet man Kugellager (Rillenkugellager, Schrägkugellager usw.) und Rollenlager (Zylinderrollenlager, Kegelrollenlager, Pendelrollenlager usw.); je nach Lastrichtung gibt es Radiallager und Axiallager. Für Getriebe, Werkzeugmaschinenspindeln, Walzwerks- und Stranggießanlagenrollen sowie Präzisionsgeräte wie Kreisel gibt es Produkte, zudem für Halbleiterfertigungsanlagen, Vakuumanlagen und Ofenfördereinrichtungen Ausführungen mit Festschmierstoffen, Keramik oder Edelstahl, die für hohe Temperaturen, Vakuum und korrosive Umgebungen geeignet sind.

Wälzlager richtig auswählen

  1. 1. Hauptabmessungen passend zu Wellendurchmesser und Gehäuse

    Die Bohrung d richtet sich nach dem Wellendurchmesser, Außendurchmesser D und Breite B nach der Gehäusebohrung und dem verfügbaren Einbauraum. Die Hauptabmessungen sind in JIS/ISO genormt, daher lassen sich kompatible Produkte leicht austauschen. Bei Kegelrollenlagern sind zusätzlich die Montagebreite T und die Außenringbreite C zu prüfen, bei Axiallagern die Höhe H.

  2. 2. Dynamische Tragzahl für die erforderliche Lebensdauer prüfen

    Die dynamische Tragzahl Cr ist der Bezugswert für die Berechnung der Ermüdungslebensdauer im Umlauf. Aus der tatsächlichen Belastung und Drehzahl wird die nominelle Lebensdauer berechnet und geprüft, ob sie die erforderliche Lebensdauer erfüllt. Rollenlager haben bei gleicher Abmessung eine höhere Cr als Kugellager und eignen sich daher für schwere Lasten.

  3. 3. Stand- und Stoßbelastung anhand der statischen Tragzahl prüfen

    Bei niedriger Drehzahl, Schwenkbewegungen oder Stoßbelastung im Stillstand können sich bleibende Verformungen (Eindrücke) in den Laufbahnen bilden. Daher wird die Sicherheit über das Verhältnis der statischen Tragzahl C0r zur maximalen Last geprüft.

  4. 4. Kombination von Drehzahl und Schmierverfahren

    Die Grenzdrehzahl unterscheidet sich je nach Fettschmierung und Ölschmierung. Es ist zu prüfen, ob die Betriebsdrehzahl ausreichend Reserve hat, und zwar mit dem Wert für das gewählte Schmierverfahren. Bei hohen Drehzahlen beeinflussen auch Käfigwerkstoff, Führungsart und Genauigkeitsklasse das Laufverhalten.

  5. 5. Umgang mit Lastrichtung und Wellenneigung

    Wenn auch Axiallast (Last in Achsrichtung) aufgenommen werden muss, ist der Berührungswinkel von Schrägkugellagern oder Kegelrollenlagern zu prüfen. Je größer der Berührungswinkel, desto höher die Fähigkeit, Axiallast aufzunehmen. Bei Wellendurchbiegung oder Montagefehlern ist der zulässige Schwenkwinkel selbsteinstellender Ausführungen zu prüfen.

  6. 6. Werkstoffe für Hochtemperatur-, Vakuum- und Korrosionsumgebungen

    Bei hohen Temperaturen, Vakuum oder Kontakt mit Chemikalien sind übliche Stahl-Fett-Kombinationen unter Umständen nicht einsetzbar. Daher sind Betriebstemperaturbereich und Atmosphärendruck zu prüfen, bevor Wälzkörper- und Käfigwerkstoff gewählt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem Keramik, Edelstahl, Festschmierstoffe und Fluorfett.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.