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Schmierfett

Schmierfett ist ein halbfester Schmierstoff, bei dem ein Verdickungsmittel im Grundöl (Mineralöl oder synthetisches Öl) dispergiert ist. Da es kaum aus Lagerstellen abfließt, wird es in Wälzlagern, Linearführungen, Kugelgewindetrieben und an anderen Stellen eingesetzt, an denen abgedichtete Bauweisen oder lange Schmierintervalle gewünscht sind. Als Verdickungsmittel kommen Lithiumseife, Lithiumkomplex, Calciumsulfonatkomplex, Harnstoff und weitere zum Einsatz, die sich in Temperatur- und Wasserbeständigkeit unterscheiden. Je nach Anwendung gibt es viele Typen: Hochlastfette mit Hochdruckadditiven sowie Festschmierstoffen wie Molybdändisulfid oder Graphit, Tieftemperatur- und Hochgeschwindigkeitsfette auf Basis von PAO oder Estern, biologisch abbaubare Typen sowie Fluorpolymerfette für Vakuum- und staubarme Anwendungen.

Schmierfett richtig auswählen

  1. 1. Einsatztemperaturbereich und Tropfpunkt prüfen

    Zunächst wird geprüft, ob die Betriebstemperatur innerhalb des Einsatztemperaturbereichs liegt. Der Tropfpunkt liegt bei den gelisteten Produkten zwischen 120 und 300 °C und dient als Richtwert dafür, ab welcher Temperatur das Fett nicht mehr weich wird und ausfließt. Er ist jedoch nicht mit der dauerhaft zulässigen Betriebstemperatur gleichzusetzen. Auf der Tieftemperaturseite beeinflussen Anlaufdrehmoment und Pumpfähigkeit die Eignung.

  2. 2. Grundölviskosität passend zu Drehzahl und Last wählen

    Die kinematische Viskosität des Grundöls bei 40 °C variiert bei den gelisteten Produkten stark, von 18 bis 1370 mm²/s. Niedrige Viskositäten eignen sich für hohe Drehzahlen und geringes Drehmoment, hohe Viskositäten für niedrige Drehzahlen und hohe Lasten, bei denen ein tragfähiger Schmierfilm erforderlich ist. Die notwendige Viskosität wird anhand von Lagerdrehzahl, Last und Betriebstemperatur abgeschätzt und danach gewählt.

  3. 3. Wasser- und Wärmebeständigkeit über das Verdickungsmittel beurteilen

    Lithiumseifenfette sind Standardfette, Lithiumkomplexfette tendieren zu höheren Temperaturen, und Calciumsulfonatkomplexfette sind eher für große Wassermengen und hohe Lasten geeignet. Fette unterschiedlicher Verdickungsmittel können sich beim Mischen erweichen. Deshalb sollte bei der Nachschmierung auch die Verträglichkeit mit dem vorhandenen Fett geprüft werden.

  4. 4. NLGI-Konsistenzklasse an das Schmierverfahren anpassen

    Je kleiner die NLGI-Klasse, desto weicher das Fett. Klasse 1 eignet sich für die Pumpfähigkeit bei Zentralschmierung, Klasse 2 für allgemeine Wälzlager und Klasse 3 für vertikale Wellen oder große Lager, an denen Fett leicht abfließt. Zusätzlich ist der angegebene Walkpenetrationsbereich zu prüfen.

  5. 5. Extremdruckeigenschaften bei Hochlastanwendungen prüfen

    Bei Stoßbelastung oder niedrigen Drehzahlen unter hoher Last dient die Schweißlast im Vierkugelversuch (bei den gelisteten Produkten 2000 bis 8000 N) als Richtwert für die Extremdruckeigenschaften. Treten Mikroschlupf oder Schmierfilmabriss auf, kommen auch Fette mit Festschmierstoffen wie Molybdändisulfid oder Graphit in Betracht.

  6. 6. Grundölart für besondere Umgebungen wählen

    Für Standardanwendungen werden Mineralölfette eingesetzt, für Tieftemperaturen bis −50 °C oder Hochgeschwindigkeit synthetische Öle wie PAO, für umweltbewusste Anwendungen biologisch abbaubare Esterfette und für Vakuum- oder Reinraumumgebungen Fluorpolymerfette. Bei Vakuumanwendungen sind außerdem der Druckbereich der Umgebung, die Reinheitsklasse und die Verdampfungsrate zu prüfen.

Dieser Leitfaden wurde von AI auf Grundlage der Unterlagen und Spezifikationsangaben der aufgeführten Produkte erstellt. Prüfen Sie vor dem Einsatz die Unterlagen des jeweiligen Herstellers.